Staatssekretär macht Weg frei für Schutzplanke in „Achelrieder Kurve“
Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier machte sich gemeinsam mit Bürgermeister Guido Halfter und dem neuen Leiter der NLStBV Osnabrück, Yasin Kilic, sowie Vertretern aus Rat und Verwaltung ein Bild von der Situation an der "Achelrieder Kurve".©Gemeinde Bissendorf
Am Montag, 3. August 2026, besuchte Matthias Wunderling-Weilbier, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen die Gemeinde Bissendorf, um sich an der Landesstraße 85 (L85) „Wissinger Straße“ über eine Verkehrssituation zu informieren.
Bis 2017 gab es dort an der „Achelrieder Kurve“, nach einem tödlichen Unfall in den 1960er Jahren eine Leitplanke. Diese wurde im Rahmen des „Schutzplankenprogramms 2014“ entfernt. Seitdem wünschen sich viele Bissendorferinnen und Bissendorfer, dass die Leitplanken wieder aufgestellt werden.
Allerdings sind in der Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (kurz RPS) konkrete Anforderungen formuliert, unter welchen Voraussetzungen Schutzplanken errichten werden sollen. Diese Anforderungen sind in diesem Bereich nicht gegeben. Immer wieder hatte die Gemeindeverwaltung im Rahmen von Verkehrsschauen darauf hingewiesen, wie heikel die Situation in der Kurve ist. Vor allem Schüler auf dem Weg zu den nahegelegenen Bissendorfer Schulen sind gefährdet. So kommt an der Stelle beispielsweise der „Walking Bus“ vorbei. Etwa 30 Schulkinder erleben jeden Tag, dass Autos und LKW oft nur wenige Zentimeter an ihnen vorbeirauschen.
An der "Achelrieder Kurve" kann bald wieder eine Leitplanke errichtet werden.©Gemeinde Bissendorf
In den vergangenen Jahren wurden die Schutzplanken wiederholt bei Verkehrsschauen thematisiert. An den Verkehrsschauen haben die Gemeinde Bissendorf, die Polizei, die Verkehrsbehörde (Landkreis Osnabrück) und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) teilgenommen. Dieses Fachgremium bespricht sich immer vor Ort und entwickelt gemeinschaftlich Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Im Rahmen der Verkehrsschauen wurde die Errichtung von Schutzplanken wiederholt erörtert. Dabei wurde festgestellt, dass nach den geltenden Regelwerken keine Grundlage für eine verkehrsbehördliche Anordnung von Schutzplanken gesehen wurde. Nun hat der Bissendorfer Bürgermeister Guido Halfter vor einigen Wochen die Initiative ergriffen und das Niedersächsische Verkehrsministerium um eine Sondergenehmigung gebeten. Das hatte der Gemeinderat mehrfach mit einer breiten Mehrheit unterstützt.
Bei einem Vor-Ort-Termin machte sich nun der zuständige Staatssekretär Wunderling-Weilbier selbst ein Bild von der Situation. Er sei gekommen, um Lösungen zu finden, sagte Wunderling-Weilbier direkt zu Beginn des Treffens, an dem neben Vertretern der Gemeindeverwaltung und der Fraktionen auch der neue Leiter des Geschäftsbereiches Osnabrück der NLStBV, Yasin Kilic, und sein Vertreter Dr. Frank Engelmann, sowie Dr. Simon von der Verkehrswacht Bissendorf teilnahmen. Im Termin wurden die fachlichen Rahmenbedingungen erläutert. Dabei wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass sich die Straße innerhalb einer Ortslage befindet und nach den geltenden Regelwerken keine Grundlage für eine Schutzplanke gesehen wird. Zudem wurden weitere fachliche Aspekte angesprochen. Genannt wurden unter anderem die baulichen Gegebenheiten, insbesondere die schmale Nebenanlage und die fortlaufende Erschließung in der Kurve, mögliche Einschränkungen der Sichtbeziehungen beim Auffahren auf die Landesstraße sowie die nach Angaben der Polizei unauffällige Verkehrsunfalllage in diesem Abschnitt.
Vor-Ort-Termin an der L85.©Gemeinde Bissendorf
„Diese Rahmenbedingungen sind wichtig“, erklärte auch Staatssekretär Wunderling-Weilbier. Ihm sei aber auch klar, dass sich ein tragischer Unfall, selbst wenn er Jahrzehnte zurückliege, in die Seele der Bürgerinnen und Bürger eingebrannt habe. „Deswegen wollen wir gemeinsam nach einer Lösung suchen“, so Wunderling-Weilbier. Der Staatssekretär schlug vor, gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück als zuständiger Straßenverkehrsbehörde und der NLStBV die Voraussetzungen für eine Umsetzung zu prüfen und entsprechende Vereinbarungen auszuarbeiten. Danach könnte die Gemeinde die Leitplanke auf eigene Kosten errichten und unterhalten.
„Ich freue mich sehr über diesen äußerst praktikablen Vorschlag“, sagte Bürgermeister Guido Halfter im Anschluss an den Termin. „Ich möchte Herrn Wunderling-Weilbier ausdrücklich dafür danken, dass er sich persönlich für eine Lösung im Sinne unserer Gemeinde stark macht!“ Die Verwaltung werde nun die weiteren Abstimmungen mit dem Ministerium, der Straßenverkehrsbehörde und der NLStBV begleiten und anschließend gemeinsam mit der Politik die nächsten Schritte beraten.
