Wierau-Projekt überzeugt beim Wettbewerb „Bach im Fluss 2026“

Veröffentlicht am: 21.08.2026
Autor: Gemeinde Bissendorf

Revitalisierung Wierau - Bach im Fluss 2026Zu Beginn der Begutachtung der Revitalisierungsmaßnahme an der Wierau durch die Experten-Jury aus Hannover gab es eine Begrüßungsrunde. Aktuell lobt der Niedersächsische Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ Preise aus. Ziel der mittlerweile neunten landesweiten Ausschreibung ist es, die Faszination und das Verständnis für den einzigartigen Lebensraum Fließgewässer mit seinen Tieren und Pflanzen zu wecken und so diesen einzigartigen Teil unserer Umwelt zu fördern und zu verbessern.

2026 konkurrieren elf Wettbewerbsprojekte um die öffentliche Auszeichnung mit der „Bachperle“. Einige werden vom Ehrenamt getragen, andere durch hauptamtlich tätige Verbände, Kommunen, Unternehmen und Institutionen realisiert.

Zusätzlich zum ersten und zweiten Preis der Kategorien „Hauptamt“ und „Ehrenamt“ wird ein Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung vergeben. So werden gute Ideen und innovative Lösungsansätze verbreitet und neue Maßnahmen zur ganzheitlichen Gewässer- und Auenentwicklung initiiert.

Mit dem jüngst erfolgten Besuch einer siebenköpfigen Jury unter dem Dach der kommunalen Umwelt-Aktion UAN e.V. aus Hannover hatten der Verein zur Revitalisierung der Haseauen als Projekt-Initiator und die Gemeinde Bissendorf als Flächeneigentümerin bereits die erste große Wettbewerbshürde geschafft. 

Als Genehmigungsbehörde aktiv mit in die Gewässergestaltung eingebunden und während der Jury-Begutachtung mit mehreren Vertretern vor Ort war auch der Unterhaltungsverband 96 „Hase-Bever“.

Zwei Tage nach der Bereisung erfolgte die erfreuliche Rückmeldung aus der Landeshauptstadt: Die Projektpartner haben die Experten-Jury überzeugt. Das Wierau-Projekt ist bis zum Ende des diesjährigen Wettbewerbs dabei und wird bei der Preisverleihung am 28. September 2026 in Hannover durch den Niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer prämiert.

Björg Dewert (Geschäftsführung Haseauenverein) präsentierte den Experten die Revitalisierungsmaßnahmen, die circa 500 Meter unterhalb der Hase-Mündung, in einem Waldstück an der Mindener Straße in Wissingen, begonnen wurde. Die insgesamt fast 15 Kilometer lange Wierau bezeichnete die Projektkoordinatorin als „eines der schönsten, wertvollsten Fließgewässer der Region“.

Revitalisierung Wierau - Bach im Fluss 2026Die Klasse 7d der Oberschule am Sonnensee kescherte viele kleine Bachbewohner aus der Wierau und ließ sie anschließend wieder frei. Im Frühjahr 2024 hatte Tobias Kampmeyer (Bauhofleitung UHV 96) am besagten Teilabschnitt drei Wochen lang Vorarbeiten mit dem Bagger geleistet, um die Durchgängigkeit und Strukturvielfalt des plattgedrückten, sandigen Flussbetts zu verbessern. Anschließend wurden mit tatkräftiger Hilfe von circa 140 Schülerinnen und Schülern viele kleine „Bachbaustellen“ zur ökologischen Aufwertung umgesetzt: Als Strömungslenker und Fischunterstände wurden Baumstümpfe und Äste in verschiedenen Einbauhöhen fixiert und quer zur Strömung aufgeschüttete Sohlgleiten aus Kies und Schotter gebildet.

Neben der Grundschule Wissingen und der Schule am Berg in Schledehausen sowie dem Ratsgymnasium Osnabrück war im Herbst 2025 auch die Klasse 7d der Oberschule am Sonnensee an der Maßnahme beteiligt. Für die Präsentation kehrten die Schüler gemeinsam mit einer Lehrkraft und einer Schulbegleiterin an die Wierau zurück.

Vor der Optimierung waren durch den Fischereischutzverein Wissingen mehrere Arbeitseinsätze zur Elektrobefischung erfolgt - ohne große Ergebnisse. Jetzt gingen den rund 20 Oberschülern, die von Wiebke Schulte und Stefan Hettlich vom Haseauenverein beim Keschern begleitet wurden, Stichlinge, Rückenschwimmer, Bachflohkrebse, Wasserkäfer und viele weitere kleine Flussbewohner ins Netz, die für die Vitalität der Wierau sprechen.

Revitalisierung Wierau - Bach im Fluss 2026Die Experten-Jury entdeckte an einem Stück Totholz in der Wierau Süßwasserschwämme. Die kleinen biologischen Superfilter sind ein Indikator für intakte, nährstoffreiche Gewässer. Das erfreute auch Bürgermeister Guido Halfter, der die Jury begrüßte und sich bei allen Projektbeteiligten bedankte: „Dies ist ein Flusslauf, den ich seit meiner Kindheit kenne. Das Engagement von Fachleuten wie Ihnen, die versuchen, das Bewusstsein der folgenden Generationen durch Umweltmaßnahmen wie diese zu wecken und zu verstärken halte ich für besonders wertvoll“.

Als Anrainer hatte auch Friedel Ochterbeck die Revitalisierungsmaßnahmen an der Wierau aufmerksam verfolgt. „Der Einbau der Strömungshilfen ist so erfolgt, dass die Bäume am Flussufer keinen Schaden nehmen und sie bei Hochwasserlagen weggespült werden“, erläuterte Björg Dewert mit Blick auf die natürliche, geschwungene Flussbiegung.