Neue Schilder weisen auf Unfallhäufung hin
Bernd Stegmann, Leiter Fachdienst Ordnung und Soziales Gemeinde Bissendorf, Bürgermeister Guido Halfter, Polizeihauptkommissar Ingo Grewe, Henning Lohmann, Leiter der Straßenmeisterei Bad Iburg (NLStBV), und Melanie Heiber (Landkreis Osnabrück) vor einem der großflächigen Hinweisschilder, die zum Start der Motorradsaison an der Georgsmarienhütter Straße neu aufgestellt wurden.
Bürgermeister Guido Halfter, Bernd Stegmann, Leiter Fachdienst Ordnung und Soziales Gemeinde Bissendorf, Polizeihauptkommissar Ingo Grewe, Melanie Heiber, Landkreis Osnabrück, und Henning Lohmann, Leiter der Straßenmeisterei Bad Iburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV), trafen sich kürzlich an der Landesstraße, um die neu aufgestellte Beschilderung gemeinsam in Augenschein zu nehmen.
Errichtet wurden die großflächigen Hinweistafeln, auf denen über einem Motorradfahrer der Begriff „Unfallhäufungslinie“ zu lesen ist, im Auftrag der Unfallkommission. Diese wurde von der Polizei einberufen, weil auf der viel befahrenen Strecke Handlungsbedarf bestand.
Ein neues Hinweisschild steht seit wenigen Wochen aus Bissendorf kommend, kurz hinter der ÖPNV-Bushaltestelle „Steinbruch“. Ein zweites wurde, aus Georgsmarienhütte kommend, oben auf der kurvenreichen Bergkuppe aufgestellt.
„Wir verzeichnen an der L85 auf einer Strecke von circa 1300 Metern Länge eine Unfallauffälligkeit, die vom Jahr 2013 bis heute zu bislang 13 Motorradunfällen mit schweren Sach- und/oder Personenschäden geführt hat. Der letzte schwere Unfall ereignete sich hier 2024“, berichtet Henning Lohmann, Leiter der vor Ort zuständigen Straßenmeisterei Bad Iburg.
„Um Unfallschwerpunkte zu erkennen und zu entschärfen zeichnet die Unfallkommission für üblich eine so genannte Jahreskarte von drei Jahren. Bei Motorradunfällen erstreckt sich die Betrachtung dagegen immer auf einen Zeitraum von fünf Jahren – in diesem Fall von 2021 bis 2025“, schildert Ingo Grewe, Polizeiinspektion Osnabrück, Sachgebiet Verkehr.
Auf der Georgsmarienhütter Straße beträgt die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) nach einer aktuell gültigen Zählung aus dem Jahre 2022 rund 2200 Fahrzeuge in 24 Stunden. In eine Messung, die vom 23. bis 28. April 2026 durchgeführt wurde, flossen alle Verkehrsteilnehmer in beiden Fahrtrichtungen ein. Die an den sechs aufeinanderfolgenden Messtagen gezählten Zweiradfahrer belaufen sich auf eine Gesamtzahl von 708.
Auf der Georgsmarienhütte Straße haben sich, häufig aus Bissendorf kommend, in den vergangenen Jahren immer wieder Motorradunfälle mit schweren Personen- und Sachschäden ereignet. Fotos: Gemeinde Bissendorf
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer beträgt auf der besagten Strecke 70 km/h. 85 Prozent aller Fahrzeuge hielten sich im Messbereich im überprüften Zeitraum an diese Begrenzung. Betrachtet man lediglich die Geschwindigkeit der Motorradfahrer, lässt sich jedoch eine leichte Überschreitung verzeichnen.
Da mehrere der bisher verunfallten Motorradfahrer in den Gegenverkehr gerieten, ist eine nicht angepasste Geschwindigkeit auch als maßgebliche Unfallsursache auszumachen. Überwiegend ereigneten sich die Motorradunfälle in Fahrtrichtung Bissendorf.
„Intensiver wäre natürlich eine Geschwindigkeitskontrolle, die man sanktionieren könnte“, betonte Bürgermeister Halfter und ergänzte: „Wäre dies keine klassifizierte Landesstraße ohne Privatanlieger, könnte man eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h fordern, die neben mehr Sicherheit auch gleich eine Lärmreduktion mit sich bringen würde“, wohl wissend, dass das bis auf weiteres bedauerlicherweise Wunschdenken bleibt.
Doch die neuen großflächigen Hinweisschilder, die von der NLStBV entworfen wurden und in dieser Form laut Henning Lohmann an keiner anderen Stelle im ganzen Landkreis existieren, sind nicht die einzige Präventionsmaßnahme, die helfen soll, das Unfallaufkommen auf der Strecke zwischen Georgsmarienhütte und Bissendorf zu verringern.
So wurden nach dem letzten tödlichen Motorradunfall im Oktober 2022 auf der Georgsmarienhütter Straße in der letzten Linkskurve Richtung Bissendorf außerdem mehrere auf Leitpfosten angebrachte Kurvenleitmale enger zusammengestellt, um die extreme Gefahrenlage zu verdeutlichen.
