Drei Gründe zum Feiern bei der Feuerwehr Bissendorf
Umzug ins neue Feuerwehrhaus und Fahrzeugübergabe
Circa 80 Feuerwehrleute und ein Dutzend Einsatzfahrzeuge zogen zum neuen Feuerwehrhaus Bissendorf.
Eingeläutet wurde das gelungene Festwochenende am Samstagnachmittag: Bei besten Wetterbedingungen und unter großem Anteil der Bevölkerung begann gegen 16 Uhr der Umzug durch den Ort vom alten Feuerwehrhaus an der „Poggenburg“ zum zeitgemäßen Neubau am Standort „Zum Eistruper Feld“.
Neben Kameradinnen und Kameraden und Einsatzfahrzeugen aller vier Ortsfeuerwehren nahmen auch Vertreter aus Rat und Verwaltung, Ehrengäste und Nachbarn teil. Die Bewohner des Seniorenzentrums Bissendorf als Nachbarn von „gegenüber“ begrüßten die Parade mit einem großen Plakat und schwenkten gelb-rote Fähnchen.
Die Bewohner des Seniorenzentrums Bissendorf fieberten am Straßenrand mit. Foto: Seniorenzentrum Bissendorf
Die Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, Simone Hartung, bezeichnete die offizielle Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in ihrer Rede als bewegend. Besonders von Ortsbrandmeister Oliver Eckl und seinem Stellvertreter Jörg Sommer falle nach Zeiten der Anspannung nun sicher eine starke Last ab.
In seinen Ausführungen verdeutlichte Oliver Eckl, dass Feuerwehr kein Einzelkämpfertum, sondern eine Teamleistung ist, die insbesondere während gleich zweier paralleler Großprojekte Rückhalt in den Familien erfordert. So bat der Ortsbrandmeister kurz darauf einige Personen nach vorne, die sich besonders intensiv in die Planungen des Neubaus eingebracht hatten.
Die Bauleitplanungen für das neue Feuerwehrhaus Bissendorf wurden im Jahr 2021 auf den Weg gebracht. Dem ersten Spatenstich am 23. August 2024 folgte am 22. März 2025 das Richtfest. In Vorbereitung auf den Umzug wurde im alten Feuerwehrhaus zum Jahresanfang 2026 mit dem Sortieren und Aufräumen begonnen. Der Ortsbrandmeister bedankte sich bei dem Arbeitskreis der Ortsfeuerwehr, der zahlreiche Stunden zur Fertigstellung des Neubaus und seiner Außenanlagen investiert hatte.
Ortsbrandmeister Oliver Eckl und Feuerwehrkameradin Svea George zeichneten die zeitlichen Abläufe zweier Großprojekte nach und bedankten sich bei allen Beteiligten.
Federführend waren neben den Architekten Gregor und Christian Schröder auch mehrere Mitarbeiter der Verwaltung. „Da sie sonst eher im Hintergrund arbeiten, möchten wir uns für die gute und vertrauensvolle Arbeit bedanken. Ebenso für die Möglichkeit, uns als Feuerwehr so stark in die Planungen und Umsetzungen einbringen zu dürfen“, betonte Eckl.
An seiner Seite zeichnete Svea George vom Arbeitskreis „Rüstwagen“ die zeitlichen Abläufe zur Fahrzeugersatzbeschaffung nach. Begonnen wurde diese mit einer ersten Ideensammlung im März 2021 sowie mit mehreren Fahrzeugbesichtigungen bei anderen Wehren. Von der Ausschreibung Anfang 2023 über die Finalisierung aller technischen Details zur Ausführung und Ausstattung bis hin zur Fahrzeugüberführung von der Firma Lentner in Bayern im November 2025 summierten sich auch hier zahlreiche Extrastunden zum normalen Dienst- und Ausbildungsbetrieb.
Der neue Rüstwagen ist ein unerlässliches Werkzeug für schnelle und sichere technische Hilfeleistungen.
Doch was nach all der aufgebrachten Zeit zur Planung und Realisierung zählt, ist auch hier das Ergebnis: Der neue Rüstwagen ist, insbesondere bei schwierigen und komplexen Schadenslagen, ein unverzichtbares, hochmodernes Werkzeug für technische Hilfeleistungen, das die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Bissendorf weiter stärkt.
Gemeindebrandmeister Torben Preuss dankte allen Beteiligten für ihr unermüdliches Engagement und betonte: „Bei aller Freude über das Erreichte dürfen wir nicht vergessen, dass dies nur der erste Schritt ist. Die Planungen für ein neues Feuerwehrhaus in Schledehausen stehen bereits auf der Agenda. Auch dort wird es darum gehen, die Feuerwehr mit weiteren Funktionsräumen für die Gemeindefeuerwehr, wie der Kleiderkammer und Atemschutzwerkstatt, sicher aufzustellen.“
Diesem Ansinnen pflichtete auch Bürgermeister Guido Halfter bei. Der Verwaltungschef bedankte sich neben allen bereits genannten Wegbereitern und beim Bauhof der Gemeinde auch bei André Philipps und der Westfalen Tankstelle für ihre Bereitschaft zum Grundstücksverkauf.
Architekt Gregor Schröder, Bürgermeister Guido Halfter, Gemeindebrandmeister Torben Preuss und Ortsbrandmeister Oliver Eckl bei der obligatorischen Schlüsselübergabe. Fotos: Gemeinde Bissendorf
Das nun fertiggestellte Bauprojekt, das aller Voraussicht nach unter der Investitionssumme von 4 Millionen Euro geblieben ist, nannte Halfter ein sichtbares Zeichen dafür, welchen Stellenwert die Feuerwehr in der Gemeinde Bissendorf hat. „Dies ist ein Ort, an dem Verantwortung getragen wird. Ein Ort, an dem Entscheidungen in Sekunden fallen. Ein Ort, an dem Menschen bereitstehen, wenn andere Hilfe brauchen!“
Die obligatorische Schlüsselübergabe für das neue Feuerwehrhaus an den Bürgermeister, den Gemeindebrandmeister und den Ortsbrandmeister durfte ebenso wenig fehlen, wie die des Fahrzeugerbauers für den Rüstwagen.
Kreisbrandmeister Ludger Flohre fasste gegen Ende des offiziellen Einweihungsteils prägnant zusammen: „Ein neues Haus, ein modernes Fahrzeug und eine starke Mannschaft, deren Einsatzbereitschaft nicht an der Gemeindegrenze endet“. Zu guter Letzt gab Regierungsbrandmeister Mattias Röttger mit einem Augenzwinkern offen zu, angesichts eines eigens am Gebäude gekennzeichneten Parkplatzes für den Bürgermeister schon ein bisschen neidisch zu sein.
Video vom Feuerwehrumzug und Festakt am Samstag:
Großer Andrang beim Tag der offenen Tür
Die Drehleiter der Gemeindefeuerwehr sorgte bei den kleinen Gästen für große Augen. Foto: Gemeinde Bissendorf
Im Anschluss an die interne Einweihungsfeier am Samstag lud die Feuerwehr Bissendorf die Bevölkerung am Sonntag von 11 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür mit zahlreichen Angeboten ein. Dabei bildete die Besichtigung des von den Feuerwehrfamilien geschmückten Neubaus mit seinen modernen Besprechungs- und Funktionsräumen eine zentrale Säule.
Das Rahmenprogramm für Jung und Alt reichte von spaßigen Aktionen wie Kinderschminken, Wasserspielen und einer Hüpfburg bis hin zum vielleicht lebensrettenden Reanimationstraining für Laien. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge, technische Gerätschaften und Dienstkleidungen – darunter die Drehleiter der Gemeindefeuerwehr und ein Rettungswagen des DRK – wurden ausgestellt und durften genauestens inspiziert werden.
Liefen wie geschnitten: Die Aktionen zur Unterstützung der Feuerwehrjugend. Foto: Bäckerei Kröger
Auf dem Außengelände des Feuerwehrhauses fanden Bratwurst, Steaks, Pommes und Kaltgetränke großen Absatz. Vor der geöffneten Fahrzeughalle mit reichhaltiger Cafeteria spielte die Blaskapelle Bissendorf-Holte und der MGV Fidelitas Holte trug ein paar Ständchen bei.
Die Jugendfeuerwehr hatte frisches Popcorn im Angebot und brachte bis nachmittags problemlos rund 400 eigens für diesen Zweck gebackene und gespendete Brote der Bäckerei Kröger unter das Volk. Auch die Erlöse für die vom Feuerwehrnachwuchs erstellte Broschüre „Guido will´s wissen“ flossen in die Jugendkasse und können sich angesichts der starken Beteiligung der Bissendorfer Bürgerinnen und Bürger sicherlich sehen lassen.
