Auf dem schuleigenen Acker wächst Wissen

Veröffentlicht am: 15.06.2026
Autor: Gemeinde Bissendorf

Gemüse Ackerdemie Schule am Berg 2026Gemeinsam mit Ganztagskoordinatorin Franziska Kessener und Acker-Coach Nicole Kreßmer werden die angebauten Kulturen begutachtet. Beim Pflanzen, Pflegen und Ernten lernen die Kinder mehr, als aus jedem Schulbuch. Die Schule am Berg in Schledehausen führt aktuell zum zweiten Mal ein mehrjähriges Bildungsprogramm des Vereins Acker e.V. Berlin durch: In der „Gemüse Ackerdemie“ erkunden Kinder handlungsorientiert die Themen Nachhaltigkeit, Natur und gesunde Ernährung.

In einem ersten Arbeitsschritt setzten die Schülerinnen und Schüler Mitte April auf dem schuleigenen Gemüseacker erste Pflanzen: Darunter Lauchzwiebeln, Radieschen, Rauke, Romanasalat, Kohlrabi, Kartoffeln, Kresse, Mangold, Möhren und Palmkohl. Acht Wochen später konnte ein Teil des Salats und Gemüses von den sichtlich stolzen Kindern geerntet werden.

„Wir freuen uns, die Gemüse Ackerdemie erneut mit Schülerinnen und Schülern aller vier Jahrgänge durchführen zu können. Das BNE-Projekt findet bildungseinrichtungsübergreifend statt – also sowohl im schulischen Vormittag, als auch im flexibler gestaltbaren Ganztagsbereich. Im Lauf der Jahre steigt die Erfahrung am Lernort und es wird immer weniger Unterstützung benötigt“, schildert Schulleiter Björn Windmann.

Im Rahmen des nachhaltigkeitsorientierten FREIDAYs der Schule am Berg spielt die „Gemüse Ackerdemie“ eine zentrale Rolle. Darüber hinaus gelingt es Praxis und begleitende Materialien mit dem Unterricht zu verknüpfen. In Sachkunde gehen die Grundschüler dann beispielsweise altersgerecht Themen wie Biodiversität, verschiedene Fruchtfolgen oder das Mulchen an, als Maßnahme um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.

Gemüse Ackerdemie Schule am Berg 2026Yussef, Ibrahim und Martha ist die Begeisterung für die "Gemüse Ackerdemie" deutlich anzumerken. Auf einer von zwei kleinen Ackerflächen neben dem Schulgebäude legt Martha vorsichtig blaue Buschbohnen in dafür vorbereitete Rillen. „Es gibt auch noch gelbe und grüne, aber für die bin ich nicht zuständig“, berichtet die 8-Jährige und bedeckt das Saatgut dünn mit Sand.

Eine Saatreihe weiter bringt Ibrahim (10 Jahre) Sojabohnen in die Erde. Bruder Yussef (7 Jahre) arbeitet ihm vom anderen Ende der Ackerfläche zu. „Zwischen die Bohnen kommt später noch Mais als Rank-Hilfe“, berichtet Nicole Kreßmer, welche die zweite Pflanzaktion vor Ort als Acker-Coach begleitet.

Weil Würmer und Schnecken die ätherischen Öle und Wurzelausscheidungen dieser Zierpflanze nicht mögen, setzen die Schüler Tagetes als natürlichen Schädlingsbekämpfer zwischen die Gemüsereihen. 

Weitere Grundschüler und Ganztagskräfte helfen, damit alle an die Schule geschickten Jungpflanzen unbeschadet in den vorbereiteten Boden gelangen: Diesmal sind Gurken-, Zucchini-, Tomatenpflanzen und Riesenkürbisse an der Reihe.

„Ziel des Projektes ist es, den Kindern Wertschätzung für den Umgang mit gesunden, regionalen Nahrungsmitteln zu vermitteln. Durch die Prozessbegleitung vom ersten zarten Setzling bis zur erntereifen Gemüsepflanze und ihrer Verwertung wächst auch das Bewusstsein dafür, wie viel Zeit, Mühe und wertvolle Ressourcen in diesem natürlichen Kreislauf stecken“, sagt Ganztagskoordinatorin Franziska Kessener.

Gemüse Ackerdemie Schule am Berg 2026Bürgermeister Guido Halfter informierte sich an der Schule am Berg bei den Schülerinnen und Schülern und Ganztagskoordinatorin Franziska Kessener über das im zweiten Jahr durchgeführte Bildungsprogramm Gemüse Ackerdemie und bestaunte erste Ernteerfolge. Fotos: Gemeinde Bissendorf Als sich der Himmel plötzlich verdunkelt und ein dicker Regenguss folgt, räumt die Gruppe schnell alle Handschuhe, Schaufeln, Harken und die fröhlich-bunten Schilder zum Kennzeichnen der verschiedenen Anbausorten zusammen.

Rasch wechseln alle in die Aula, wo sich Bürgermeister Guido Halfter angekündigt hat, um mehr über das gelungene Bildungsprogramm zu erfahren, das sich neben einem geringem Eigenanteil der Lernorte überwiegend aus Förderungen und Spenden finanziert. Dabei bekommt er auch mitgeteilt, dass der Hochsaison auf dem Gemüseacker der Schule am Berg im Herbst ein kleines Erntedankfest folgen soll.

Weitere Infos zu den Bildungsangeboten von Acker e.V. unter www.acker.co