Frauenberatungen der Region arbeiten zusammen

Veröffentlicht am: 25.05.2026
Autor: Gemeinde Bissendorf

FrauenberatungMehrere Frauenberatungen der Region arbeiten zusammen.©Pixabay Studien zeigen es seit Jahren: Frauen erleben im Alltag ein unerträgliches Maß an Gewalt – nur weil sie Frauen sind. Die Zahlen sind erschreckend. 2024 wurde etwa alle elf Stunden eine Frau Opfer eines Tötungsdelikts, alle drei Minuten kam es zu häuslicher Gewalt und statistisch wurde jede Stunde eine Frau vergewaltigt. Das geht aus Zahlen der gerade veröffentlichten „LeSuBiA“-Studie hervor.

Die Gewalt zieht sich dabei durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Schichten. Und dennoch gilt: Die wenigsten Fälle werden angezeigt, die sogenannte Dunkelziffer ist hoch. Umso wichtiger ist ein niedrigschwelliger Zugang zu Beratung und Hilfe. Das soll in Osnabrück Stadt und Landkreis jetzt besser möglich sein. Dafür werden dort die Kontakt-, Informations- und psychologische Beratungsstellen speziell für Frauen in der Region Osnabrück gebündelt. Unter www.osnabrueck-gegen-gewalt.de findet sich ein weitreichender Überblick über alle Einrichtungen und Projekte, die sich mit Fragen rund um die Sicherheit von Frauen befassen.

„Es ist außerordentlich wichtig, dass es solche Projekte gibt!“, stellt Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter klar. „Wir unterstützen seit Jahren den bundesweiten Notruf, der unter der Nummer 116 016 oder online unter www.hilfetelefon.de erreichbar ist. Die regionalen Ansprechpartner bieten hier jetzt ein gebündeltes Angebot, das direkt vor Ort wirken kann.“

In einer Bürogemeinschaft arbeiten mittlerweile die „BISS Osnabrück“ (Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt), der Frauennotruf (beide 0541 - 8601626) und die Frauenberatungsstelle Osnabrück Stadt und Landkreis zusammen.

Im Mittelpunkt steht eine „Feministische Beratung“, bei der Frauen auf Parteilichkeit, Solidarität sowie eine Trauma-sensible Beratung und Unterstützung setzen können. Gleichzeitig haben die Mitarbeiterinnen einen Blick auf die spezielle Lebenssituation der Frau, kennen die „Rolle der Frau“ in unserer Gesellschaft und die gesellschaftliche Benachteiligung, was zu einem Ernstnehmen der eigenen Sicht der Frau führt.

Die Frauenberatungsstelle ist anonym unter 0541 - 803405 erreichbar. Telefonisch oder vor Ort bietet das Team Beratung für von Gewalt betroffene Frauen, Beratung bei Trennung und Scheidung, Beratung in Lebenskrisen/Krisenintervention, Traumaberatung, Beratung bei Stalking und Paar-Beratung für Frauen.

Grundsätzlich bieten die Helferinnen Einzelgespräche, Krisenintervention, Fachberatung für andere Berufszweige, frauenspezifische Informationsvermittlung, themenorientierte Gruppenangebote, frauenspezifische Fortbildungen und Vorträge sowie die Begleitung zu Polizei und Behörden.

Mit einem speziellen Angebot richtet sich die Frauenberatung seit 2017 bewusst an geflüchtete Frauen. Hier wird eine niedrigschwellige Fachberatung, aber auch die Begleitung und Unterstützung geflüchteter Frauen bei körperlicher und sexualisierter Gewalt ermöglicht.

Ein gerade medial besonders bedachtes Thema ist die digitale Gewalt, der sich Frauen ausgesetzt sehen. Dank einer durch die Stadt Osnabrück finanzierten Referentin für digitale Gewalt kann hier individuelle Beratung, Sicherheitsberatung, psychosoziale Unterstützung, aber auch wichtige Präventionsarbeit geleistet werden.

Ein weiteres Thema sind Gruppen- und Fachvorträge. Hier werden Themen wie sexualisierte Gewalterfahrung, Vergewaltigung, Trennung/Scheidung, Stalking, Cybermobbing, Love-Scamming, Trauma, aber auch Themen wie Entspannung und Bewegung besprochen. Eine Terminübersicht gibt es online unter https://frauenberatung-os.de/kalender/

Personell verfügt das Gemeinschaftsprojekt über 3,5 Stellen. Zudem stehen dem Frauennotruf 0,6 Stellen, der Fachberatung und Begleitung geflüchteter Frauen 1 Stelle, der Fachstelle für digitale Gewalt 0,46 Stellen sowie für das BISS 0,5 Stellen zur Verfügung. Neben der Förderung durch Stadt und Landkreis und anderen Unterstützern lebt das Projekt von Spenden, dem Förderverein Frauenberatungsstelle und ehrenamtlichen Helfern und Mitarbeitern.