Einweihung der Eventschmiede zog Besucher an
Mit Schwung hat der Heimat- und Wanderverein Bissendorf das Thema Eventschmiede nach vorne gespielt. Eröffnet wurde diese von Bürgermeister Guido Halfter, den Schmieden Wolfgang Oehms, Thomas Kubetzki, Jürgen Eversmann und Thomas Kotschunz sowie von den Vereinsurgesteinen Uwe Bullerdiek und Peter Spach.
Die feierliche Einweihung ging mit einem bunten Rahmenprogramm einher. Passend zum erklärten Ziel, den traditionsreichen Hof in Natbergen zu einem Zentrum vielfältiger Aktivitäten und einer Begegnungsstätte der Generationen zu machen.
Zu Beginn des Festes hatten Bürgermeister Guido Halfter, der Vereinsvorsitzende Uwe Bullerdiek, der Ehrenvorsitzende Peter Spach und die vier Vereinsschmiede die Ehre, das rote Band vor dem Eingangsportal zu zerschneiden.
Untergebracht im Lagerraum einer ehemaligen Scheune – dem so genannten Bansen – hat die bislang mobile Schmiede jetzt auf drei Etagen ein dauerhaftes Zuhause zur Demonstration traditioneller Handwerkstechnik gefunden. Angedacht sind dort künftig Kurse für Erwachsene und Kinder – z. B. Ferienspaß-Angebote oder Schülerprojekte.
In seiner Rede bedankte sich Uwe Bullerdiek bei Guido Halfter für die einmalige Unterstützung durch Rat und Verwaltung und zeichnete einzelne Stationen auf dem Weg zum nun erreichten Zwischenziel nach: Angefangen bei der Idee seines Amtsvorgängers Peter Spach, Teile des Hofes für die Arbeit der Technischen Abteilung und für Ausstellungszwecke zu pachten, bis hin zur ambitionierten Vision, das Hofensemble mit Unterstützung der Gemeinde Bissendorf vor Auslauf der Pachtverträge von seiner Besitzerin, Frau Lieselotte Eickhoff-Helmsmüller, im Juni 2024 dauerhaft zu erwerben.
An diesem zentralen „Meeting-Point“ können die rund 660 Mitglieder, die sich in 14 verschiedenen Abteilungen engagieren, Tradition bewahren, altes Handwerk ins Leben zurückholen und es attraktiv dargestellt für Besucher von nah und fern erlebbar machen.
Damit die geplante Modernisierung des Konzeptes aufgeht, veranstalteten die als „Abstauberinnen“ bekannten Vereinsdamen im Erdgeschoss unterhalb des Hof-Museums mit mehr als 2000 Exponaten regionaler Geschichte einen stimmungsvollen Museumströdelmarkt.
Halfter überreichte zur Einweihung einen kleinen Scheck mit Hufeisen. "Es soll Glück symbolisieren. Auf das es hier aufwärts geht, durch die Schmiede Menschen angezogen werden und das nächste Projekt auch finanziert wird".
Der Umbau der Eventschmiede hat bis zur nun erfolgten Einweihung 3,5 Jahre in Anspruch genommen und 120.000 Euro gekostet. Weitere 80.000 Euro flossen in ein modernes Brandschutzkonzept des Museumsbereichs. Die obere Etage des ehemaligen Stallgebäudes und des Haupthauses sind seitdem über eine stabile Außentreppe aus Stahl verbunden und sicher zugänglich.
Um den Hof Eickhoff für gelebte Vereinskultur und darüber hinaus fit für die Zukunft zu machen, ist die Investition weiterer 450.000 Euro geplant. So soll in weiteren Sanierungsschritten die extrem dunkle Diele des Haupthauses beleuchtetet und beheizt und zu einem Landcafé mit Sozialräumen umgebaut werden. Anschließend sind neben regelmäßigen Vorträgen auch Vermietungen für verschiedene Anlässe angedacht.
Darüber hinaus soll auf dem Erlebnishof, gemeinsam mit dem Heimat- und Verkehrsverein Schledehausen und der Gemeinde Bissendorf, langfristig ein Archiv für Heimatgeschichte geschaffen werden.
Diana Riedel (Foto) war Feuer und Flamme für die traditionsreiche Handwerkstechnik. Auch Constantin (12 Jahre) und Noah (10 Jahre) schmiedeten sich begeistert einen eigenen Nagel (Teaserbild oben). Fotos: Gemeinde Bissendorf
Als generelle Spielregel aller bereits getätigten und künftigen Investitionen gilt: 30 Prozent der Kosten muss der Heimat- und Wanderverein Bissendorf aus eigenen Mitteln stemmen. Unterstützt wird er dabei durch zahlreiche gewerbliche sowie private Spender und diverse Förderprojekte.
Beim Fest am Sonntag stärkten sich zahlreiche interessierte Besucher mit deftigen Leckereien wie Reibekuchen mit Apfelmus, Bratwurst, selbstgebackenen Torten und Kuchen sowie Kaffee und Kaltgetränken.
In der oberen Etage des Haupthauses konnten sie bei den Vereinssparten Plattdeutsch und Schach hineinschnuppern oder Pläne zu den umfangreichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen studieren. Und im denkmalgeschützten Speicher des Hof-Ensembles zeigten die Weberinnen ihr handwerkliches Können.
