Zukunftsweisendes Wassernetz-Projekt

Veröffentlicht am: 30.04.2026

verbundleitung_01Wilhem Tiemeyer, Guido Halfter, Uwe Bühning, Dirk Rust, Kerstin Hanenberg und Roman Bartke freuten sich über die erfolgreiche Verbundleitung.©Gemeinde Bissendorf Die Wassernetze des Wasserwerks der Gemeinde Bissendorf und des Wasserverbands Wittlage sind ab sofort miteinander verbunden. Die Firma CLAUSING GmbH Tiefbauunternehmen hat in den vergangenen Monaten oberhalb des Ortsteils Wulften die Verbindungsleitung (eine sogenannte Notverbundleitung) zwischen den beiden Netzen fertiggestellt. Insgesamt wurden 1.100 Meter PE-Rohr verlegt.

Ein Rückblick:
Bereits im Juni 2024 wurde im Werks-, Klimaschutz- und Umweltausschuss beschlossen, eine Trinkwasser-Verbundleitung entlang der Ostercappelner Straße zu erstellen, mit der die Wasserversorgungsnetze des Wasserverbandes Wittlage und des Wasserwerks der Gemeinde Bissendorf miteinander verbunden werden können, sodass bei Bedarf ein Austausch von Trinkwasser erfolgen kann. Im Zuge dieser Verbundleitung werden die Grundstückseigentümer entlang der Ostercappelner Straße an die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Bissendorf angeschlossen.

Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter freute sich über die erfolgreiche Fertigstellung der Verbundleitung. „Wir haben hier ein zukunftsweisendes Projekt geschaffen“, so Halfter. „Mit Blick auf den Klimawandel und die zu erwartende Verknappung der Ressource Wasser haben wir nun die Möglichkeit, unsere beiden Netze im Notfall gegenseitig zu unterstützen und die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.“

Für die Finanzierung des Vorhabens wurden erfolgreich Mittel aus dem Landesförderprogramm „Wassermengenmanagement“ eingeworben. Basis für die Konzeptionierung der Verbundleitung war das vom Landkreis Osnabrück erstellte und aktuell in der Weiterentwicklung befindliche Zukunftskonzept Wasser im Landkreis Osnabrück. Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbands Wittlage, berichtete, dass die Verbundleitung eine der ersten Maßnahmen ist, die praktisch umgesetzt wurden.

verbundleitung_03©Gemeinde Bissendorf Gefördert werden 50 Prozent des ursprünglich kalkulierten Betrags von 141.555,49 Euro. Folglich erhalten die Wasserversorger zusammen 70.777,74 Euro, die sich nach den tatsächlichen Kosten auf beiden Seiten verteilen, wie Kerstin Hanenberg, kaufmännische Betriebsleiterin des Wasserwerks der Gemeinde Bissendorf erklärte. Insgesamt lagen die Kosten laut Hanenberg bei 166.357,11 Euro.

Zwischenzeitlich wurde die Verbundleitung ausführlich getestet. In der derzeitigen Situation ist eine reibungslose Versorgung von Wittlage nach Bissendorf mit ca. 10 bis 15 m³/h möglich. Besonders interessant ist dies für die Ortschaft Wulften. Wegen Arbeiten an der 380-kV-Erdverkabelung muss dort die Wasserversorgung von Seiten des Wasserwerks der Gemeinde Bissendorf unterbrochen werden. Hier wird nun der Wasserverband einspringen.

Bei dem Test gab es keinerlei Probleme, wie Dirk Rust und Wilhem Tiemeyer von der Gemeinde Bissendorf beziehungsweise dem Wasserverband Wittlage berichten konnten. Zu einem späteren Zeitpunkt wird noch eine Komplettversorgung des genannten Bereiches über das Wittlager Netz getestet. Für eine Vollversorgung des Bissendorfer Wassernetzes reicht der Druck derzeit allerdings nicht. Theoretisch ist aber bereits jetzt eine stabile Notversorgung über den Hochbehälter in Schledehausen möglich. Um eine höhere Menge bereitzustellen, ist der Bau einer Druckerhöhungsanlage im Netz Ostercappeln erforderlich.

Die Hausanschlüsse entlang der Ostercappelner Straße werden aktuell projektiert und die Eigentümer entsprechend informiert. Geplant ist, alle Anschlüsse bis Ende Sommer 2026 fertigzustellen.

Durch die neue Notverbundleitung zwischen dem Wasserverband Wittlage und dem Wasserwerk der Gemeinde Bissendorf kann es zudem im Ortsteil Wulften aufgrund der vorhandenen Höhenunterschiede zu einem erhöhten Wasserdruck von etwa 8 bis 9 bar in der Hausinstallation kommen.

Daher wird Eigentümern empfohlen die Hausinstallation ggf. durch einen Installateur dahingehend zu prüfen, ob ein Druckminderventil vorhanden ist. Der Druckminderer reguliert den Wasserdruck, der in das Haus gelangt und schützt so die Rohrleitungen und Armaturen vor Überdruck.

Nach DIN 1988 ist ein Druckminderer ab Eingangsdruck von 5 bar Pflicht und daher häufig bereits installiert. Durch den Einsatz dieses Ventils wird nicht nur die Sicherheit der Hausinstallation erhöht, sondern auch der Wasserverbrauch optimiert, da der Druck auf ein angemessenes Niveau reguliert wird. Daher ist es ratsam, bei der Planung des Hausanschlusses oder bei eventuellen Umrüstungen einen Druckminderer zu installieren, um eine zuverlässige und effiziente Wasserversorgung zu gewährleisten.