In Bissendorf gestartet: ADHS-Gruppe für Angehörige
Bürgermeister Guido Halfter und die Gleichstellungsbeauftragte Angelika Rothe tauschten sich im Rathaus mit Vivienne Ramm (links im Bild) über die von ihr initiierte ADHS-Gruppe für Angehörige aus. @Gemeinde Bissendorf
Die Initiative zur Gründung der ADHS-Gruppe für Angehörige geht auf Vivienne Ramm zurück. Bedingt durch Erfahrungen in ihrem privaten Umfeld wünschte sich die Bissendorferin eine Möglichkeit zum Austausch.
Sie nahm Kontakt zur Selbsthilfekontaktstelle beim Landkreis Osnabrück und zur Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Bissendorf auf, suchte geeignete Räume und informierte im Blickpunkt über das künftig geplante Angebot.
Inzwischen haben vier Treffen der ADHS-Gruppe für Angehörige stattgefunden. Diese finden alle vier Wochen nach Absprache, in der Regel am ersten oder zweiten Montag im Monat von 19 bis 21 Uhr, im Bürgerhaus Natbergen statt.
Im Mittelpunkt steht dabei der gegenseitige Erfahrungsaustausch - das Netzwerken zu spezialisierten Ansprechpartnern und Anlaufstellen, die Angehörigen eine erste Orientierung und Hilfestellungen geben können. Von Zeit zu Zeit ist auch die Einbindung von Referenten zur Gestaltung von Themenabenden geplant.
„Ursprünglich hatte ich mir den Austausch unter Partnern erwachsener ADHS-Betroffener gewünscht. Die neue, inzwischen voll ausgelastete Selbsthilfegruppe besteht aktuell hingegen überwiegend aus betroffenen Eltern. Hier scheint der Wunsch nach Vernetzung noch größer zu sein“, schildert die Initiatorin.
Maximal zwölf Teilnehmende sind laut Vivienne Ramm pro Treffen sinnvoll. Sollten sich Bedarfe einer weiteren Gruppe, dann mit dem ursprünglich gewünschten Schwerpunkt Partner erwachsener ADHS-Betroffener ergeben, könnte eine weitere Gruppe in Bissendorf entstehen.
Wichtig ist der Initiatorin die Vertraulichkeit unter den Teilnehmenden. Unter dem Schlagwort „Blitzlicht“ findet bei den Treffen eine kurze Standabfrage darüber statt, was die Angehörigen gerade im Alltag bewegt – persönliche Belange, für die es eines geschützten Rahmens bedarf.
„Das Thema wird häufig noch stigmatisiert. Dabei sind Neurodivergenzen wie ADHS oder Autismus keine Krankheit, sondern neurologische Besonderheiten, bei denen das Gehirn anders denkt und Reize verarbeitet, als das standardmäßig der Fall ist. Das bringt oft spezifische Stärken wie Kreativität oder den Fokus auf Details mit sich, erfordert aber auch die Anpassung an eine auf Mehrheiten ausgerichtete Welt“, so Ramm.
Für all das gilt es Sichtbarkeit zu schaffen, durch einen zugleich offenen und sensiblen Umgang. Denn erst wenn eine klare Diagnose da ist, können entsprechende Hilfsangebote angenommen sowie Begleiterscheinungen erkannt und gezielt therapeutische und/oder ärztliche Lösungswege für Herausforderungen gefunden werden.
Bei einem Austausch im Rathaus mit Ramm begrüßten Bürgermeister Guido Halfter und die Gleichstellungsbeauftragte Angelika Rothe das Engagement der Initiatorin. Es ist zukünftig denkbar, dass zum Beispiel geplante Vorträge auch im Bürgersaal stattfinden können.
Das nächste Treffen der ADHS-Gruppe für Angehörige findet am Montag, 13. April, statt. Eine Teilnahme ohne vorherige Anmeldung ist derzeit leider nicht möglich. Kontakt: ADHS-Gruppe für Angehörige Bissendorf, Vivienne Ramm, 0176/84406267.
