Bald Rikscha-Fahrten in Bissendorf?
"Rikscha-Pilot" Bernd Brill bei der Beförderung zweier Passagiere am Tag der Niedersachsen in Osnabrück. Foto: Elke-Schmidt-Brill.
Das in der jüngsten Sitzung des Sozial- Sport- und Kulturausschusses vorgestellte Konzept ist spendenbasiert, nachhaltig, niedrigschwellig und flexibel. Es reagiert auf den demografischen Wandel und soll Angehörige ein Stück weit entlasten.
Seniorinnen, Senioren und andere mobilitätseingeschränkte Personen in der Gemeinde Bissendorf könnten durch das angedachte Rikscha-Projekt mehr Mobilität erlangen und soziale Teilhabe erfahren.
Heiko Grube, Koordinator für Seniorenarbeit in der Gemeinde Bissendorf, bat Bernd Brill für eine kurze Vorstellung ans Rednerpult. Alle Vorarbeiten der Initiative, die auch in Bissendorf eventuell bald Fahrt aufnehmen könnte, gehen auf den begeisterten Radsportler zurück.
Der pensionierte Schulleiter engagiert sich bereits seit einem Jahr ehrenamtlich in einem Rikscha-Projekt in Osnabrück. Hier befördert ein knapp 20-köpfiger Pool freiwilliger „Piloten“ mit zwei solcher Fahrzeuge mit Ladefunktion mobilitätseingeschränkte Personen.
Die Fahrten finden sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen statt und führen zum Beispiel zu Senioreneinrichtungen, zu Cafés oder zu Erholungsorten im Grünen. Weitere Rikscha-Initiativen bestehen bereits in Hagen a.T.W und in Lengerich.
Dank klappbarem Verdeck, Decken, Wärmesäcken und einem absenkbaren Trittbrett kommen auch Fahrgäste, die zur Fortbewegung sonst auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, in den Genuss von frischem Wind in den Haaren. Die praktizierte Höchstgeschwindigkeit mit Fahrgästen beträgt zwölf km/h.
Startklar zur Rundtour: Solch eine oder eine ähnliche Rikscha könnte bald auch schon in Bissendorf mobilitätseingeschränkte Personen befördern. Foto: Bernd Brill
Träger der rechtlichen und wirtschaftlichen Struktur des jetzt Verwaltung und Politik vorgestellten Projektes könnte das örtliche Deutsche Rote Kreuz werden, das bereits seit 2,5 Jahren mit seinem kostenlosen Gemeinschaftsfahrdienst „SozioMedMobil“ für mehr Mobilität im ländlichen Raum sorgt.
Regelmäßige Fahrertreffen würden ebenso zum Konzept gehören wie eine entsprechende Ausbildung der „Pilot(inn)en“ – inklusive eines Erste-Hilfe-Kurses mit Schwerpunkt Senioren und einer Einweisung in die Fahrzeugtechnik. Außerdem wichtig: Erste Praxisfahrten und auch alle folgenden Touren würden stets von einer zweiten Person aus dem Fahrerpool begleitet.
Die Anschaffungskosten für eine E-Rikscha belaufen sich je nach Hersteller und Modell auf 13.000 bis 15.000 Euro. Hinzu kämen circa 2500 Euro laufende Kosten pro Projektjahr. Für die Umsetzung des Projektes wird das DRK Bissendorf in Kürze einen Förderantrag stellen. Sofern dieser positiv beschieden wird und das Konzept in den Ratsfraktionen Anklang findet, könnten gemeinsam mit Bernd Brill auch in der Region Bissendorf zum Jahreswechsel 2026/2027 erste ehrenamtliche „Rikscha-Piloten“ aktiv werden, um die Lebensqualität älterer Fahrgäste zu erhöhen.
Zum Kennenlernen soll bereits am 6. Mai 2026 an der Senioren- und Pflegeeinrichtung „Haus am Bredberg“ in Schledehausen ein Tag mit vielen verschiedenen Aktionen stattfinden, in den auch erste Schnupperfahrten mit der Rikscha eingebunden werden.
