Reanimationstraining im Rathaus Bissendorf

Veröffentlicht am: 25.01.2024
Autor: Gemeinde Bissendorf

Gut drei Jahre ist es her, dass Dr. Andreas Atzeni, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, erstmals im Bürgersaal Bissendorf zu Gast war, um die Mitarbeiter der Gemeinde in Laienreanimation zu schulen.

Der in Schledehausen wohnhafte Notfallmediziner verfolgt in Bissendorf und darüber hinaus unermüdlich ein Ziel: Das Projekt „Lebensrettende Gemeinde“, dass sich dank seines hartnäckigen Engagements inzwischen durch den gesamten Landkreis zieht. Insgesamt wurden etwas mehr als 10.000 Teilnehmer in Laienreanimation geschult und frischen das Erlernte in Eigenregie mithilfe an sie übergebenen Rettungspuppen auf. 

HerzdruckmassageZum Bee-Gees-Song "Stayin Alive" frischten die Mitarbeiter von Baubetriebshof und Verwaltung die Praxis an Rettungspuppen auf. Foto: Gemeinde Bissendorf Kollorz©Gemeinde Bissendorf Kollorz

In Dänemark sei das Thema Laienreanimation seit 2005 verpflichtend an den Schulen installiert. Damit das in Deutschland auch der Fall wird, macht Dr. Atzeni seit Jahren Druck bei der Landesregierung. Doch ein entsprechender Antrag wurde kürzlich vom Sozialministerium an das Kultusministerium zurückgespielt…

Angesichts einer stark alternden Gesellschaft und Fachkräftemangel auch beim Rettungspersonal, sei die Notwendigkeit zum schnellen Handeln im Notfall durch Menschen wie Dich und mich jedoch immer stärker gegeben. Ein Großteil der Herzstillstände ereigne sich im häuslichen Umfeld – die Dimension vergleicht der Fachmediziner mit einem täglichen Flugzeugabsturz. Im besten Fall treffe ein Mobiler Retter nach viereinhalb Minuten am Einsatzort ein. Da sei für den Betroffenen schon wertvolle Zeit verstrichen, in dem das Gehirn nicht mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt wird.

„Am besten ist es, wenn der, der sieht, dass etwas passiert, sofort anfängt zu handeln“, betonte Atzeni im einführenden Theorieteil. Als so genannter „First Responder“ setzt er eine einfache Rettungskette in Gang: Prüfen – Rufen – Drücken!

„Das können schon Viertklässler, das kostet nichts, ist am effektivsten und bringt eine massive Verbesserung der Überlebenschancen“, so Dr. Atzeni, der in Kürze einen Termin zur Schulung in Laienreanimation zweier noch nicht an seinem Projekt „Kids safe lives“ beteiligten Bissendorfer Grundschulen vereinbart hat. Bei den weiterführenden Schulen im Landkreis Osnabrück hat der Notfallmediziner inzwischen 54 von 59 mit seinem Anliegen erreicht.

Im Anschluss an eine kurze Einführung ging es für die Mitarbeiter der Gemeinde in Zweierteams ran an die Übungspuppen. Im Takt des bekannten Bee-Gees-Songs „Staying Alive“ wechselten sie sich bei der Herzdruckmassage ab. Natürlich wurde vor Beginn der Wiederbelebungsmaßnahme überprüft, ob eine Atmung vorliegt und die 112 gewählt.

Um bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes einen folgenschweren Kreislaufstillstand zu verhindern, wurde auf dem Brustkorb der „bewusstlosen Person“ kräftig mit durchgestreckten Armen und übereinanderliegenden Händen gedrückt. Das Ganze fünf bis sechs Zentimeter tief, in einer Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute. Abschließend wurden verschiedene Szenarien simuliert, bei denen auch ein dem im Rathaus stationierten automatisierten externen Defibrillator (AED)entsprechendes Trainingsgerät zum Einsatz kam. Im Anschluss an die Auffrischung der Laienreanimation im Bürgersaal war jedem Teilnehmer bewusst: Alle Hände können Leben retten!

Wer mehr über das ehrenamtliche Engagement von Dr. Andreas Atzeni erfahren möchte, kann auf www.agpn.de die Internetseite seines Vereins AGPN (Arbeitsgemeinschaft Präklinische Notfallmedizin) besuchen. Eine Anleitung zur Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Stillstand gibt es auf der Seite der Gemeinde Bissendorf unter folgendem Link: https://www.bissendorf.de/city_info/display/dokument/show.cfm?region_id=5&id=427