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Krippe und Kindertagespflege - wie eine gute Eingewöhnung gelingen kann

Je jünger die Kinder sind, desto behutsamer sollte der Übergang in die neue Umgebung gestaltet werden – das kleine Kind muss schließlich lernen, Fremdes zu Vertrautem zu machen und Neugier über die eigene Angst siegen zu lassen.
Für Kinder sind elterliche Anwesenheitssignale von Geburt an von Bedeutung. Sie lernen sehr früh, wie sich die Bezugspersonen anhören, riechen und anfühlen. Bereits mit zwei Monaten zeigen Babys messbare Stressanzeichen, wenn die Bezugsperson nicht in der Nähe ist. Eine individuelle Beziehung entsteht, der Unterschied zwischen bekannt/ vertraut und unbekannt/fremd gewinnt in den ersten Monaten an Bedeutung.

Kinder
Mit ca. 6 bis 8 Monaten beginnt die Zeit des Fremdelns gegenüber Menschen, die man noch nicht so häufig erlebt und für vertrauenswürdig befunden hat oder deren Verhalten nicht einschätzbar ist. Das Fremdeln dauert ungefähr bis zum 30. Lebensmonat noch an, d.h. ängstliches Verhalten gegenüber unbekannten Personen ist in dieser Lebensphase am ausgeprägtesten. Nach dem 3. Lebensjahr nimmt die Trennungsangst immer mehr ab. Den Kindern fällt es jetzt leichter, Beziehungen zu fremden Personen aufzunehmen und einige Stunden ohne Mutter auszukommen. Auftreten und Intensität des Fremdelns sind mit abhängig von der Persönlichkeit des Kindes.


Im Alter von 0 bis 2 Jahren gelingt es Kindern leichter, Vertrauen zu einer neuen Person – also auch zur Tagesmutter oder Erzieherin in der Krippe – zu entwickeln, wenn dies in Anwesenheit einer „Bindungsperson“, im allgemeinen der Mutter oder dem Vater, geschieht. Kinder brauchen die Mutter als „sichere Basis“, bei der sie Zuflucht und Trost suchen können, wenn sie sich überfordert fühlen. Die Tagesmutter/ Erzieherin kann erst in einem allmählichen Prozess selbst zu dieser „sicheren Basis“ für das Kind werden.
Je nach Alter, Temperament und Vorerfahrungen eines Kindes dauert die Eingewöhnung von 6 Tagen bis zu 3 Wochen und mehr.


Wie können die Eltern ihr Kind bei der Eingewöhnung unterstützen?
Nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell (Laewen/ Andres) begleitet die Hauptbezugsperson das Kind in den ersten Tagen zur Tagemutter/ in die Krippe:
  • In den ersten 3 Tagen bleiben Mutter und Kind für ca. 1-2 Stunden bei der Tagesmutter/ in der Krippe. Die Mutter hält sich dabei im Hintergrund auf und beobachtet, wie sich das Kind in der neuen Umgebung verhält.
  • Wenn das Kind zu ihr als „sichere Basis“ kommt, stellt die Mutter sich als Bindungsperson zur Verfügung, tröstet es, wenn es Trost braucht. Ansonsten unterstützt sie seine eigenständige Erforschung der Personen und Umgebung.
  • Am 4. Tag lässt die Mutter das Kind für kurze Zeit (ca. ½ Stunde) mit der Tagesmutter/ Erzieherin allein, ist aber weiterhin verfügbar, falls das Kind untröstlich ist. In diesem Fall sollte ein erneuter Trennungsversuch erst einige Tage später unternommen werden (aber nicht an einem Montag).
Kind
Langsam wird die tägliche Anwesenheit der Mutter ausgedehnt – die ganze Eingewöhnung dauert dann sicherlich 2 Wochen. Sollte das Kind sehr unbeeindruckt auf die erste Trennung reagieren, so reichen wahrscheinlich 6 Tage mit langsam steigender Abwesenheit, bis das Kind eingewöhnt ist.
Eine längere Zeit würde dann vielleicht eher schaden als nützen.
In Einzelfällen werden drei Wochen gebraucht.
Die Eingewöhnung ist dann abgeschlossen, wenn sich das Kind im Ernstfall von der Tagesmutter/ Erzieherin in der Krippe trösten, sich beruhigen lässt, wenn die Mutter gegangen ist.


In den Bissendorfer Krippen und altersübergreifenenden Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren findet eine individuell gestaltete Eingewöhnung der neuen Kinder in Orientierung am Berliner Eingewöhnungsmodell statt. Auch die Kindertagespflegepersonen in der Betreuung der 0 – 3 Jährigen planen eine individuelle Eingewöhnung ihrer Tageskinder mit ein.

 

Literatur: „Die ersten Tage – ein Modell zur Eingewöhnung in Krippe und Tagespflege“ Hans-Joachim Laewen, Beate Andres, Éva Hédervári
Beltz 2003 (4. Auflage)

 

Text: Ute Jahn, Kinder- und Familienservicebüro der Gemeinde Bissendorf
 

erstellt am 16.11.2007