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15. „Tag des Bisses“ wertet das Wirken Ehrenamtlicher auf

Der „Tag des Bisses“ ist den Menschen gewidmet, die auf besondere Art und Weise, vielfach über Jahrzehnte, unentgeltlich zum Gelingen des Gemeinwohls in der Gemeinde Bissendorf beitragen. Am 18. Dezember erfuhren erneut einige Ehrenamtliche eine verdiente öffentliche Anerkennung.

Tag des Bisses Moderator
TdB Flossen

Von Entertainer „Luigi“ (Stephan Rodefeld) und Stanislaw Nakielski (Saxofon/Klarinette) auf die Feierstunde im Bürgersaal eingestimmt, begrüßte Guido Halfter die Gäste. In einem knappen, aber dennoch 250 Millionen Jahre zurückgehenden Exkurs, erklärte der Verwaltungschef, warum die Anerkennung der Ehrenamtlichen in Bissendorf ausgerechnet durch eine Haifischflosse erfolgt.

 

Auf Vorschläge aus der Bevölkerung heraus hatte ein Gremium mit Vertretern aus Rat und Verwaltung im Vorfeld über die Auswahl der zu Ehrenden entschieden.

 

Zwei Leben für das DRK: Horst und Christa Kuhn

Auf Initiative ihrer Tochter Petra Schwake betrat zuerst ein Paar die Bühne: 37 Jahre hatte sich Horst Kuhn als Vorsitzender des DRK Schledehausen engagiert. 1958 brachte der damals noch eigenständige Ortsverein seinen Angaben nach die erste Blutspende im gesamten Landkreis mit 256 Teilnehmern ans Laufen. Bei der großen Sturmflut in Hamburg war Horst Kuhn 1962 als Zugführer im Einsatz.

 

Infolge eines ersten, ein Jahr später absolvierten Erste-Hilfe-Kurses, infizierte sich auch Ehefrau Christa Kuhn mit dem wohl lebenslänglich anhaltenden „Rot-Kreuz-Virus“. Unzählige Kücheneinsätze bei Blutspenden, die Gründung einer Handarbeitsgruppe sowie die Planung und Durchführung regelmäßiger Seniorenfrühstücke und Spielenachmittage gehen bis heute auf ihr gemeinsames Konto.

 

Hegt und pflegt die Kleinsten: Imker Petar Stetak

Als „Bienenversteher von Bissendorf“ wurde Petar Stetak geehrt. 1971 kam der gelernte Imker als Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Schledehausen, wo er sich durch seine warmherzige und kommunikative Art schnell integrierte. Als Björn Windmann, Leiter der Schule am Berg, bei seinem Amtsantritt ein erstes Bienenvolk auf dem Schulgelände ansiedelte, suchte er beherzt den Kontakt und unterstützt seitdem aktiv die dortige Bienen-AG. Auch andernorts setzen Petar Stetak und seine „Blume“ Suzana ihr wertvolles Wissen im Kampf gegen das allgemeine Insektensterben facettenreich ein.

Mit Petar Stetak feierte auch der am weitesten gereiste Gast des Abends, der extra aus Alaska eingeflogen war.

 

Sportsfreund und Ortshistoriker: Horst Denke

Nicht zu stoppen in seinem ehrenamtlichen Wirken ist auch Horst Denke, den Tim Eurlings, Ulrich Wienke und Ewald Frieling auf die Bühne begleiteten. Im sportlichen Bereich hat der ehemalige Lehrer und Ratsherr viel bewegt und unter anderem den Bau zweier Clubheime (Sportfreunde Schledehausen und Tennisclub) angeschoben.

Mit dem Erstellen einer umfassenden Vereinschronik widmet sich „Hotte“ aktuell abermals seinem eigentlichen Steckenpferd: Der Ortsgeschichte von Schledehausen, die er bereits in vielen Publikationen für die Nachwelt festgehalten hat. Einen Extra-Applaus erntete auch Ehefrau Brigitte Schulz-Denke, die seit 17 Jahren mit dem Flohmarkt im Kurgarten zugunsten der Kinder- und Jugendbücherei zum Gemeinwohl im Ort beiträgt.

 

Kreative Menschenfreundin: Brigitte Lücker

Mit den Attributen „Stets zur Stelle und parat“ beschrieb Angelika Rothe, Frauenbeauftragte und Vorsitzende des Kulturverein Bissendorf (KuBiss) einen kreativen Kopf, der sich seit vielen Jahren generationenübergreifend im Dienst der Kunst engagiert: Ob Malen mit Vorschulkindern, Ferienspaßaktionen oder kreative Zusatzbeschäftigung für Senioren – Brigitte Lücker bringt Farbe in das Leben von Jung und Alt.

 

Im Jahr 2008 eröffnete Brigitte Lücker an der Spichernstraße eine kleine Galerie. 2015 erfolgte unter ihrer Pinselführung die Verzierung der Fassade des alten Bissendorfer Rathauses. Aktuell träumt die tatkräftige Seniorin von einer kleinen Ausstellung im neuen Verwaltungsgebäude mit schönen Werken der Senioren mit Behinderung vom Ellernhof, die ihr ans Herz gewachsenen sind.

 

Emphatische Chorleiterin: Dorothee Steinkamp

Die zuletzt Geehrte hatte laut Guido Halfter am meisten von allen Freiwilligen mit der Einladung zur Feierstunde gefremdelt. „Chor kann man nicht alleine machen. Da sind viele andere, die sich auf lange Sicht ehrenamtlich engagieren“, betonte Dorothee Steinkamp und fügte hinzu: „Nicht gemeckert ist genug gelobt. Der Künstler lebt vom Applaus…“.

 

Auf die Bühne gerufen, staunte die von Claudia Schumann vorgeschlagene Leiterin des mittlerweile 60-köpfigen „Gospelchor Shine“ nicht schlecht über die plötzliche Präsenz ihrer musikalischen Mitstreiter.

 

„Unser Tenor ist es, die die Liebe und den Respekt, die unnachahmliche Empathie, die uns Dorothee immer wieder entgegenbringt, zu ehren“, betonte Hans Van Eijsden. Beherzt griff er zur Gitarre und läutete, begleitet von stimmgewaltigem Gesang der einheitlich schwarz-orangefarben gekleideten „Shinis“, einen himmlischen Ausklang des Abends ein.

 

Jugendtrainer: Markus Sindermann

Lediglich Markus Sindermann, der am „15. Tag des Bisses“ verhindert war, entgingen all diese einmaligen Eindrücke. Der Trainer des SV Wissingen 28 soll nun nachträglich, im Rahmen einer für Februar anvisierten Jahreshauptversammlung, für sein vorbildliches Wirken im Jugendbereich ausgezeichnet werden.

die Geehrten v.l.: Horst Denke, Dorothee Steinkamp, Brigitte Lücker, Christa und Horst Kuhn, Petar Stetak, hinten: Bürgermeister Guido Halfter

 

(Text: Johanna Kollorz, Fotos: Erich Avermann)

 

erstellt am 14.01.2019