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Amprion sucht mit der Gemeinde Bissendorf nach neuer Trasse

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion startet in Bissendorf erstmals einen Trassenfindungsprozess unter Beteiligung von Experten und Bürgern. Im Rahmen von drei Workshops und einer einmonatigen Beteiligung der Öffentlichkeit soll ein breit akzeptierter Trassenverlauf zwischen Lüstringen und Wehrendorf gefunden werden.

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion sucht gemeinsam mit der Gemeinde Bissendorf für den Neubau der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung von Osnabrück-Lüstringen über Bissendorf nach Wehrendorf eine neue Trasse. Die Moderation dieses Trassenfindungsprozesses unter Beteiligung von Experten und der Bürger übernimmt Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter.

 

Amprion hat den gesetzlichen Auftrag zum Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsleitung von Gütersloh über Osnabrück nach Wehrendorf. Die Notwendigkeit zum Bau dieser Leitung ergibt sich aus den Beschlüssen der Bundesregierung zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie bei gleichzeitig schrittweisem Ausbau der regenerativen Energieen. Die gesetzliche Grundlage für dieses Projekt bildet das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG).

 

Für den Abschnitt zwischen den Umspannanlagen (UA) Osnabrück-Lüstringen und Wehrendorf bieten sich grundsätzlich mehrere Varianten einer Trassenführung an. Deshalb haben Amprion und die Gemeinde Bissendorf weit vor den für dieses Projekt gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren ein Konzept entwickelt, zusammen mit regionalen Interessensvertretern und den Bürgern eine genehmigungsfähige, konfliktarme und möglichst breit akzeptierte Linienführung in einem gemeinsamen Trassenfindungsprozess zu suchen.

 

Dieser Trassenfindungsprozess beginnt unter Federführung der Gemeinde Bissendorf, die von dieser Leitung in erster Linie betroffen ist, im September und soll in einem Zeitraum von etwa 10 Monaten abgeschlossen sein.

 

Das Ergebnis der Trassenfindung ist eine Empfehlung ohne bindende Wirkung, die aber von Amprion bei der Ausarbeitung der Unterlagen für das anschließende Raumordnungsverfahren berücksichtigt wird. Die endgültige Entscheidung über den Trassenverlauf liegt nach einem Raumordnungsverfahren beim Amt für regionale Landentwicklung Weser-Ems in Oldenburg.

 

Die Ausgangssituation:

 

bestehende Freileitungen


Aktuell verlaufen zwei Höchstspannungsfreileitungen von Lüstringen nach Wehrendorf, eine 110-kV-Leitung im Norden und eine 220-kV-Freileitung im Süden und Westen. Es soll nun eine Trasse für die 380-kV-Leitung zwischen Lüstringen und Wehrendorf gefunden werden, wobei auf diese beiden vorhandenen Trassen gegebenenfalls teilweise zurückgegriffen werden kann. Es kann aber auch zu ganz neuen Leitungsführungen kommen.

 

Genehmigungsfähige Trasse ist das Ziel

 

Es ist das Ziel des Prozesses, gemeinsam eine Trassenführung zu erarbeiten, die sowohl den technischen Anforderungen entsprechen muss und letztendlich nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben genehmigungsfähig ist. Daher sollen in einer ersten Phase über die Diskussion in zwei Expertenrunden die wesentlichen zu beachtenden planerischen Rahmenbedingungen erarbeitet und erste Überlegungen zum Verlauf der Leitung angestellt werden.
Die Expertenrunde setzt sich aus Vertretern der Verwaltung und Politik der Gemeinden Bissendorf und Belm (Gemeinde Belm ab der zweiten Expertenrunde am 22.10.2014 dabei) und den Fachabteilungen des Landkreises Osnabrück zusammen – also der Kern der Träger öffentlicher Belange in den späteren Genehmigungsverfahren sowie unter Begleitung des Amtes für regionale Landentwicklung Weser-Ems in Oldenburg.

 

In der zweiten Phase wird die Öffentlichkeit beteiligt. Dazu wird der Experten-Vorschlag mit einer möglichen Trassenführung für den Neubau der 380-kV-Freileitung in einer Bürgersprechstunde ganztägig und auch auf den Internetseiten von Amprion und Bissendorf online vorgestellt und erläutert. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bürgerinnen und Bürger vier Wochen Zeit sich zu diesem Vorschlag zu äußern und Anregungen abzugeben. Jeder Bürger, der sich mit Namen und Adresse identifiziert hat, kann sich beteiligen. Dies ist schon bei der Bürgersprechstunde, anschließend bei der Gemeindeverwaltung oder auch online möglich.

 

Jede Anregung und Vorschlag wird dem Expertengremium vorgelegt, ist aber kein rechtlicher Einspruch im späteren Raumordnungs- und Genehmigungsverfahren.

 

Abschließend werden in der dritten Phase alle eingegangenen Anregungen von den Experten abgewogen und zu einem finalen Vorschlag für eine Trassenführung zusammengeführt und noch einmal öffentlich vorgestellt. Alle Phasen und Anregungen fließen in eine Abschlussdokumentation ein.

 

Bei Rückfragen können sich die Bürger werktags an die kostenlose Amprion-Hotline unter 0800 – 58952474 wenden.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

 

Jörg Weber, Firma AMPRION, T +49 231 5849-12933, M +49 0152 29 41 66 21, F +49 231 5849-14188, E-Mail: joerg.weber@amprion.net

 

oder an

 

Ingo Nagel, Gemeinde Bissendorf, Leiter Fachdienst 4 – Planen und Bauen, Tel. 05402 404-70, E-Mail: nagel@bissendorf.de

 

erstellt am 27.10.2014